LYMPHSYSTEM

Die feinen Lymphkapillaren fangen blind im Gewebe an, fließen in immer größer werdenden Lymphkanälen und diese führen, über die zwischendurch sitzenden Lymphknoten, weiter über den Ductus Thoracicus hinein in die Hohlvene.

Ein System von „Einbahnstraßen“, Verästelt wie Bäche, Flüsse, Seen, Ströme und das Meer…

Die wichtigsten Lymphknoten für unsere Behandlungen sind:

Gesicht: am Hals und entlang des Schlüsselbeins
Brust: in beiden Achseln
Bauch: tief unter den Fettschichten
Beine: links und rechts entlang der Leiste

Das Lymphgefäßsystem ist genauso bedeutend wie das Blutgefäßsystem. Die Aufgabe des Blutkreislaufes liegt vor allem darin, alle Zellen des Körpers mit Nährstoffen zu versorgen und den Abtransport von so genannten „Abfallstoffen“ (Stoffwechselendprodukten) zu gewährleisten. Neben diesem lebensnotwendigen System existiert ein weiteres Gefäßsystem, ohne das die Funktion des Kreislaufes nicht möglich wäre – das Lymphgefäßsystem. Betrachtet man den besonderen
Stellenwert dieses Systems, so ist es erstaunlich, wie wenig informiert die Menschen darüber sind.

Das Lymphgefäßsystem stellt neben dem Blutgefäßsystem die Entsorgung des Gewebes und damit der einzelnen Zelle sicher. Es ist somit als Transportsystem angelegt, jedoch anders als beim Blutkreislauf handelt es sich beim Lymphgefäßsystem um eine Einbahnstraße. So sorgt das Lymphgefäßsystem für den Abtransport von ganz bestimmten Substanzen, die ansonsten im Raum zwischen den Zellen liegen bleiben würden. Man kann deshalb das Lymphgefäßsystem in dieser Hinsicht als „Spezialist“ für Abtransportaufgaben bezeichnen.

Folgende Bestandteile werden vom Lymphgefäßsystem aufgenommen und anschließend abtransportiert:

  • Wasser (zirka 2 – 4 Liter pro 24 Stunden)
  • Eiweiß
  • Zelltrümmer, abgestorbene Zellen, Zellreste etc.
  • Fremdkörper, z. B. Staub etc.
  • Bakterien und andere Krankheitserreger
  • Fette (aus dem Verdauungstrakt stammend und nur während der Verdauungsvorgänge anfallende, ganz bestimmte Fettsäuren)

Die Aufnahme der so genannten lymphpflichtigen Last wird durch die Lymphkapillaren, mit denen das Lymphgefäßsystem beginnt, vorgenommen. Es handelt sich hierbei um mikroskopisch kleine Aufnahmegefäße, deren Aufnahmevolumen sich dem jeweiligen Bedarf anpasst (Stoffwechsellage). Die Entleerung geschieht sodann in die nächste Funktionseinheit, die kleinsten Lymphbahnen. Diese transportieren durch Kontraktionen der Gefäßwände den Inhalt, jetzt Lymphe genannt, weiter in die
nächst größeren Lymphbahnen. Sie sind mit so genannten Taschenklappen ausgerüstet (wie in den Venen mit exakt gleichen Aufgaben), welche die Lymphe weitertransportieren.

Auf dem Wege durch den Körper gelangt die Lymphe zu den Lymphknoten bzw. Lymphknotenketten. In diesen etwa stecknadelkopf- bis bohnengroßen „Hohlorganen“, die als Filter und Speicherorgan dienen, wird die Lymphe auf für den Körper schädliche Bestandteile überprüft. Sie haben außerdem eine wichtige Aufgabe für die körpereigene Abwehr; sie bilden weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) und verringern die Lymphmenge, d. h. in den Lymphknoten wird der Lymphe zirka 50 % des Wassers entzogen. Besonders deutlich werden uns die Lymphknoten, wenn sie bei Entzündungen stark anschwellen und druckschmerzhaft sind. Diese Schwellung bedeutet, dass die Lymphknoten zu diesem Zeitpunkt stark beansprucht werden. Die Lymphe gelangt letztlich oberhalb der
Schlüsselbeine in das Venensystem.